Sgrail100 – Was kann der Triathlon von Jan Frodeno?

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Wenn es so weitergeht, ist der Sgrail100 bald kein Geheimtipp mehr.

Denn inzwischen hat bereits die dritte Ausgabe des Spaß-Triathlons an der Costa-Brava stattgefunden und eine weitere Version in Kalifornien steht in den Startlöchern.

Spaß- und Promi-Faktor garantiert.

Wir sind nach Katalonien gefahren und haben das Ganze selbst einmal ausgetestet.

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Was ist das Besondere am Sgrail100?

Sgrail ist eine Wortneuschöpfung und steht für „Swim, Gravel, Trail“.

Und genauso wie der Name ist auch diese Interpretation von Triathlon alles andere als gewöhnlich.

Das beginnt bei den Wettkampfbestimmungen und reicht über die Verpflegung bis hin zu Siegerehrung.

Das umfangreiche Rahmenprogramm sei an dieser Stelle ebenfalls erwähnt.

Zweitägiges Rahmen-Programm

Schon zwei Tage vor dem eigentlichen Event wird einiges geboten.

Für alle, die sich an die Streckenverhältnisse gewöhnen oder einfach nur eine Runde mit Jan Frodeno laufen möchten, gibt es am Freitag Morgen das Trail Warmup.

Damit keiner hinterher Hunger leidet, werden im Anschluss u.a. Kaffee und Emmas legendäres Bananenbrot gereicht.

Bei Interesse kann man später am Tag am Ausflug zum Frodeno Fun(d) Pumptrack teilnehmen.

Hierbei handelt es sich um eine Sportanlage für die Kinder, die Jan und Emma Frodeno aus den Spenden des Tri At Home 2020 haben errichten lassen.


Die Jugendlichen lernen dort unter Anleitung auf dem welligen Profil Kunststückchen mit Mountainbikes, haben aber auch sonst einfach eine sinnvolle Beschäftigung und Freude an der Bewegung.

Zum Abschluss des ersten Tages besteht die Gelegenheit – nach einer informativen Tech-Session mit einem Mechaniker von Sram – die Burger aus dem La Comuna (Jan Frodenos Café in Girona) zu genießen.

Der Tag vor dem Rennen startet dann mit einem gemeinsamen Gravel Warmup Ride.

Jan und Emma Frodeno sowie andere ortskundige Guides führen die Ausfahrten an.

Auch hier werden alle im Anschluss wieder ordentlich verpflegt.

Selbst, wer nicht an den Angeboten teilnehmen möchte, findet am La Comuna – neben gutem Kaffee und Burritos – jederzeit Gleichgesinnte oder mit Glück auch den ein oder anderen Profi für Smalltalk.

Zum Sgrail100 gehört auch der kostenlos buchbare Service, sein Fahrrad am Vorabend für den Bike-Transport einzuchecken.

Ebenso wie das Busshuttle am Wettkampftag, das alle Teilnehmen von Girona zum Startpunkt an der Küste in Cadaqués bringt.

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Außergewöhnlicher Streckenverlauf

Doch all das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was beim eigentlichen Wettkampf wartet.

Allein die Kulisse beim Sgrail100 ist episch:

Nach 1,5 km Schwimmen in der Bucht von Cadaqués verläuft die Radstrecke zunächst auf Schotterwegen durch den Naturpark Cap de Creus.

Sowohl bei der Bergauf- als auch bei der Abfahrt genießt man eine atemberaubende Aussicht aufs Mittelmeer.

Nach den ersten harten 25 Kilometern geht es flacher durch das fruchtbare Hinterland der Costa Brava.

Lediglich kurz vor der Wechselzone 2 warten noch einmal die letzten Anstiege.

Auch die Laufstrecke, die von Celrà nach Girona führt, bietet sowohl naturräumliche als auch pulstechnische Höhen.

Etwa die Hälfte der Strecke führt herauf zur alten Burgruine „Sant Miquel“.

Danach ist der Weg abschüssig, bis etwa 2 Kilometer vor dem Ziel noch die letzten der 320 Höhenmeter anstehen.

Auf dem höchsten Punkt der Laufstrecke mit großartiger Aussicht ins Umland

Spezielle Wettkampfbestimmungen beim Sgrail100

Doch damit nicht genug.

Nicht nur der Kurs, der neben technischen Ansprüchen auch ein gutes Fitnesslevel voraussetzt, ist für eine Triathlon-Veranstaltung besonders.

Wenn es überhaupt „Regeln“ gibt, so sind diese so locker wie möglich gehalten:

Schwimmen, Graveln, Trail laufen, Spaß haben!

Das erklärt auch, warum es keine Wettkampfbesprechung gibt.

Letzten Endes ist fast alles erlaubt, was laut der Sportordnung der DTU in einem normalen Triathlon verboten ist:

Windschattenfahren ist gestattet, genauso wie das Annehmen fremder Hilfe oder die Fortführung des Wettkampfs nach Unterbrechung.

Es gibt ohnehin keine offizielle Wertung und auch die Cut-Off-Zeiten werden nicht so genau genommen.

Dafür sind Athletinnen und Athleten auch selbst verantwortlich für ihre Sicherheit.

Die Strecke ist weder gesperrt noch ausgeschildert – auch wenn an wichtigen Wegmarken jeweils Helfer stehen und beispielsweise die Querung von Straßen begleiten.

Für das leibliche Wohl ist jedoch mehr als gesorgt: In den beiden Verpflegungstationen auf der Radstrecke sowie in den Wechselzonen gibt es reichlich zu essen und zu trinken.

Abgesehen von „herkömmlichen Energiegels“ (Maurten), (hand)fester süßer und salziger Nahrung gibt es Kaffee en masse und auf der Laufstrecke sogar Bier!

Selbstverständlich ist dieses Getränk komplett alkoholfrei und sogar mit einer extra Dosis Protein versehen.

Der Sgrail100 Vibe

Abgesehen von den laschen Regeln äußert sich die allgemeine Stimmung der Veranstaltung in vielen Details, die von den Teilnehmenden zum Teil rigoros ausgelebt werden.

  • Beim Sgrail100 tragen die wenigsten aerodynamische Kleidung. Wenn überhaupt, dann sitzt der Triathlon-Einteiler unter einem Hawaii-Hemd oder einem sonstigen Kostüm.
  • Vernunft ist zweitrangig. Spaß steht im Vordergrund: Wie könnte man sich sonst erklären, dass man an jeder Verpflegungsstation auch Espresso bekommt und es sogar ein Award für den Coffeejunkie vergeben wird?
  • Keine Eile. Zwar wird auf der Strecke ordentlich gekurbelt. Aber die Verpflegungsstationen sind dazu da, in Ruhe Energie aufzufüllen. Da kommt es auf 5 Minuten (oder im Fall von Jan Frodeno auf eine Viertelstunde) sicher nicht an.
  • Nachhaltigkeit ist beim Sgrail100 nicht nur eine Floskel. Bis auf die Maurtengels und den Kaffee sind sämtliche Getränke und Speisen an den Verpflegungsstationen unverpackt. Es landen nicht unzählige leere Trinkflaschen am Straßenrand. Und das Finisher-Shirt ist – im Gegensatz zu den meisten Rennen – kein Fall für die Altkleidersammlung, sondern absolut alltagstauglich.
  • Beim Sgrail100 gibt keine Sieger (und keine Verlierer). Anders als bei anderen Triathlon-Veranstaltungen kommt es nicht darauf an, zu gewinnen. Das verdeutlicht auch die Siegerehrung, bei der Preise in besonderen Kategorien vergeben werden: schnellster Athlet/schnellste Athletin (meistens Profis), fairster Athlet, ältester Teilnehmer, bestes Kostüm, „Fail of the Day“…
Die Awards für besondere Athletinnen und Athleten

Auch, wenn es scheinbar „um nichts geht“, geht es doch wieder um ein sehr hohes Ziel:

Only the worthy find the holy Sgrail.

Vielleicht liegt in diesem Satz ja gerade das Geheimnis der Veranstaltung.

Deshalb ziert er auch ganz zentral den heiligen Gral, den jeder Finisher erhält: eine Emaille-Tasse statt einer Medaille.

Was kostet der Sgrail100?

Zuletzt noch ein paar Worte zum schnöden Mammon.

Selbstverständlich ist es legitim, sich zu überlegen, ob die 220 Euro Teilnehmergebühr gut investiert sind.

Daher hier noch einmal eine Zusammenfassung dessen, was geboten wird:

  • ein wirklich außergewöhnliches Rennen in atemberaubender Umgebung
  • ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Promi-Faktor
  • ein hochwertiges Finisher-Shirt, das auch im Alltag getragen werden lann
  • keine Medaille, dafür ein Souvenir zum Trinken
  • Radtransport und Busshuttle zum Start
  • Fotos inclusive: mit persönlichen Bildern vom Rennen sowie vom Rahmenprogramm
  • Bike-Services vor dem Check-In
  • Duschen und Hochdruckreiniger zum Sauber-Werden/Sauber-Machen hinterher
  • bei jedem Termin beste Verpflegung (Unmengen an spanischem Kaffee, Thrive Beer, frisch gepresster Orangensaft, Emmas Bananenbrot und Burger aus dem La Comuna und Burritos im Ziel)
  • „Zugang“ zu Profis wie Jan und Emma Frodeno, Laura Sidall, Greg van Avermaet (2022 war auch Sebastian Kienle am Start)

Schon allein diese Dienstleistungen legitimieren einen deutlich höheren Preis.

Erst recht, wenn man bedenkt, dass mit dem Sgrail100 ein guter Zweck, der Frodeno Fund, unterstützt wird.

Doch der Wert dieses Rennen geht weit über das Materielle hinaus.

Die Erinnerungen, die man hier sammelt, sind von unschätzbarem Wert.

Ganz egal, ob wirklich jede Sekunde aus purem Spaß bestand oder man – vielleicht wegen eines Plattens oder aufgrund mangelnder Fitness – nur 50% des Wettkampfes genießen konnte.

Fazit

Die Veranstalter versprechen auf ihrer Webseite „No ordinary Race“.

Und damit nehmen die den Mund definitiv nicht zu voll.

Statt eines lupenreinen Mitteldinstanztiathlons bietet der Sgrail100 ein Festival mit Sportsfreunden.

Auch wenn Jan Frodenos Definition von Spaß sich eventuell nicht zu hundert Prozent mit der der meisten Triathleten deckt, findet sich doch die Wahrheit in den Worten:

Fear less – sgrail more

Das ist ganz großes Triathlon-Kino.

Und absolut ist jeden Cent wert!

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Hinweis: All unsere Empfehlungen wurden sorgfältig ausgewählt, erarbeitet und geprüft. Sie richten sich an gesunde Erwachsene, die keine (Vor)Erkrankungen aufweisen. Keiner unserer Artikel kann oder soll Ersatz für kompetenten medizinischen Rat bieten. Bevor Du mit dem Training beginnst, konsultiere bitte einen Arzt und lass Dich durchchecken.


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Über Lotta

Lotta ist Trainerin, Content Creator, Buchautorin und Podcasterin bei Mission Triathlon. Sie setzt sich besonders dafür ein, mehr Frauen für den Sport zu begeistern. In der Freizeit trifft man sie am häufigsten auf dem Rennrad an, allerdings machen ihr alle Triathlon-Disziplinen Spaß - auch das Krafttraining!

4 Gedanken zu „Sgrail100 – Was kann der Triathlon von Jan Frodeno?“

  1. Hi Lotta, eine Frage, was empfiehlst du, wie lange muss man sich als Beginner für den SGRAIL vorbereiten? Ist der erste Triathlon den wir als Männerausflug machen. Sind alle gute Hobbysportler würde ich sagen.

    Viele Grüße

    Antworten
    • Hey Raphael,
      als ersten Triathlon würde ich den SGRAIL auf keinen Fall empfehlen. Es sei denn, alle sind Radtouren über 4 Stunden im Gelände gewöhnt. „Gute Hobbysportler“ kann ja sehr vieles bedeuten, aber gerade auf dem Rad und beim Laufen müssen die Jungs echt fit sein wegen der Höhenmeter. Der Sieger, Greg van Avermaet hat 4:44 gebraucht. Somit ist das kein Pillepalle-Triathlon, den man mal so schnell aus der Hüfte schießt…
      Gruß,
      Lotta

      Antworten

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