Trainingslager im Triathlon – bringts das überhaupt? – MTP Folge #086

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Es ist Ende Februar und Triathlon-Deutschland scheint nahezu geschlossen im Trainingslager im Süden zu sein. 

Ein bis zwei Wochen auf Fuerte oder Malle zum Radeln, Schwimmen und Laufen ist genau das, was man im Frühjahr braucht. 

Oder? 

Wir haben uns das Thema Trainingslager mal genauer angeschaut und die Pros und Cons zusammengetragen. 

Was meinst du? Spricht mehr für ein Trainingslager oder mehr dagegen?

Viel Spaß beim Zuhören.

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Pro: Argumente für ein Trainingslager im Triathlon

1. Maximaler Fokus aufs Training

Ein Trainingslager ist ein geschützter Raum, ein Platz, wo der Alltag keine bzw. nur eine sehr geringe Rolle spielt.

Du wirst also voraussichtlich weniger Ablenkung durch Job, sonstige Verpflichtungen etc. haben als zu Hause.

(Das natürlich nur unter der Voraussetzung, dass Du der normal arbeitenden Bevölkerung angehörst.)

Klar, mit Familie muss man im Trainingslager vielleicht ein paar Kompromisse eingehen.

Aber Du hast definitiv mehr Zeit fürs Training als in eine normalen 40-Stunden-Woche.

Und Dein Essen bekommst Du am Buffet anstatt stundenlang in der Küche zu stehen.

2. (Idealerweise) gutes Wetter

Anders als in Deutschland sind die Temperaturen in südlicheren Gefilden schon im Februar/März recht akzeptabel.

Während man in Mitteleuropa teilweise noch Ski fährt, sind Radtouren in kurz-kurz auf Malle & Co. bereits denkbar.

Natürlich hast du nie die Garantie, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wärmere Temperaturen und mehr Sonnenstunden als hierzulande.

3. top Trainingsbedingungen

Insbesondere ein geführtes Camp von professionellen Anbietern für Trainingslager im Triathlon bietet Dir ideale Trainingsbedingungen.

  • Der Weg zum Pool ist kurz
  • Es gibt eine 50-Meter-Bahn
  • Der Eintritt ist inklusive
  • Du hast die Tartanbahn direkt vorm Hotel
  • Du kannst Deine Radtouren direkt von Deiner „Homebase“ aus starten.
  • etc.

Zusätzlich kannst Du in der entsprechenden Umgebung (mit Bergen, Wind, ggf. Hitze) schon deutlich besser Deine Wettkämpfe vorbereiten und simulieren als zu Hause.

Alls in allem also gute Voraussetzungen, um Dich ideal auf Deine Saison einzustimmen.

4. optimale Möglichkeiten zur Erholung

Train hard, recover hard – Das ist die Devise.

Statt Deine Steuererklärung zu erledigen oder die Kids zum Kindergarten zu fahren, kannst Du (im Idealfall) Deine Freizeit für die Erholung nutzen.

Mit Massage, Sauna, Wellness und gutem Essen fällt es Dir sicher auch deutlich leichter, die langen Einheiten wegzustecken.

5. Unterstützung durch qualifizierte Coaches

Gerade, wer zu Hause keinen Trainer vor Ort hat, wird von diesem Punkt profitieren.

In geführten Camps geben professionelle Trainer Input, korrigieren ggf. die Technik beim Schwimmen oder geben anderweitig Tipps.

Diesen Luxus hast Du im Verein, wenn Du Dich selbst trainierst oder ein Online-Coaching machst, eigentlich nie.

6. Zuwachs an Wissen

In Verbindung mit dem oben genannten Punkt steht auch dieses Argument.

Wer ein geführtes Trainingslager im Triathlon bucht, bekommt häufig das ganze Paket mit Vorträgen etc.

Auch das „informelle Hintergrundwissen“, das Du auf einer Radausfahrt nebenbei bekommst, ist manchmal Gold wer5t.

7. Motivationsboost

Ein Trainingslager im Triathlon kommt mehr oder weniger einem Urlaub gleich, in dem Du Deinen Lieblings-Beschäftigung nachgehst, nämlich Schwimmen, Radfahren und Laufen.

Wie auf einen Urlaub wirst Du darauf Hinfiebern und noch lange von den schönen Erinnerungen zehren.

8. Schub für die Leistungsentwicklung

Nicht zuletzt erhoffen wir uns alle von einem solchen intensiven Trainingsblock natürlich einen ordentlichen Leistungssprung.

Ob dieser auch so eintritt, hängt zwar von einigen weiteren Faktoren ab.

Bei den hohen Radumfängen in einem Triathlon Trainingslager ist es allerdings sehr wahrscheinlich, dass Du Dich deutlich schneller/besser entwickelst als wenn Du pro Woche 2 Mal auf dem Rollentrainer sitzt.

Hier kannst Du mit langen Grundlageneinheiten die Basis für die weitere Saison legen.

Contra: Argumente gegen ein Trainingslager im Triathlon

1. mäßige Sozialverträglichkeit

Klar, Singles oder Triathlon-begeisterte Paar haben hier weniger ein Problem.

Wer allerdings mit Kind und Kegel ins Triathlon Trainingslager reisen möchte, wird vermutlich an seine Grenzen kommen.

Zwar gibt es unter anderem auch Kinderbetreuung oder Bespaßung für Partner, die ggf. keinen Sport treiben wollen.

Als Familienurlaub taugt das Trainingslager im Triathlon aber definitiv nicht.

2. Umweltaspekte

Wem der eigene CO2-Fußabdruck wichtig ist, der wird sich das Trainingslager vielleicht zweimal überlegen.

Denn das Triathlon Trainingslager ist in der Regel mit einem Flug und weiteren „Umweltsünden“ verbunden.

3. Zeitverlust durch Reiseaufwand

Selbstverständlich läuft ein Trainingslager auswärts nicht ohne Kofferpacken ab.

Ein paar Erledigungen hier und da und schon ist ein kompletter Tag vorbei.

Gerade in Verbindung mit dem Flug steht auch ein gewisser Zeitaufwand.

Denn Du musst zum Flughafen fahren, hast dort Wartezeiten etc.

Bei unterschiedlichen Zeitzonen oder wenn das Klima eine Akklimatisierung erforderlich macht, geht vermutlich ein weiterer Tag drauf.

Ganz zu schweigen vom nötigen Erholungstag nach dem Reisestress, Wäschewaschen im Nachhinein etc.

4. hohe Kosten für ein Triathlon Trainingslager im Ausland

Das Trainingslager im Triathlon bietet eine ganze Menge an Bequemlichkeit und Komfort.

Das hat natürlich seinen Preis.

Je nach Anbieter und Location bist Du für 7-10 Tage schnell mehrere Tausender los.

Extras wie ein Leihfahrrad, Programm und Verpflegung kommen ggf. obendrauf.

Dieses Geld könnte man auch in besseres Equipment, eine Leistungsdiagnostik oder die professionelle Trainingsbetreuung stecken und ggf. einen größeren langfristigen Nutzen haben.

5. Kein individueller Trainingsplan

Das Training in der Gruppe beinhaltet keinen auf Dich abgestimmten Trainingsplan.

Auch wenn es unterschiedliche Niveaus gibt, kann es vorkommen, dass das Programm nicht hundert prozentig zu Dur passt.

Meistens mündet das in einer Überforderung, denn wer möchte schon gerne einen Restday einlegen, wenn alle anderen ballern?

Die Quittung gibt es meistens ein paar Tage später oder dann eben nach dem Trainingslager.

6. Risiko für Infekte

Apropos nach dem Trainingslager: Das ist der kritische Zeitpunkt, zu dem Reisestress und ggf. auch eine leistungsmäßige Überlastung ihren Tribut fordern.

Der (Kälte-)Schock nach der Rückkehr tut sein übriges.

Wer hier nicht mitdenkt bzw. entgegenwirkt, kann sich schnell die ein oder andere lästige Infektion einhandeln und damit den Trainingseffekt gefährden.

7. Ungünstiger Zeitpunkt

Dass Trainingslager im Triathlon meist im Frühjahr stattfinden, hat natürlich viele triftige Gründe.

Als Auftakt für die heiße Wettkampfphase macht ein Camp im Februar/März definitiv Sinn.

Allerdings besteht hier die Gefahr, dass Du Form- und Fitnesstechnisch noch nicht bereit für täglich 5-stündige Radausfahrten bist.

Zu einem späteren Zeitpunkt könntest Du das hohe Pensum evtl. besser wegstecken.

Außerdem ist es ungünstig, im April topfit zu sein, wenn Dein Hauptwettkampf erst im September stattfindet.

Fazit

Es gibt zahlreiche Argumente, sowohl für als auch gegen das Trainingslager im Triathlon.

Welche Du davon wie gewichtest, ist natürlich Dir überlassen.

Möglicherweise kannst Du auch mit dem Wissen um die Risiken das Beste aus Deinem Trainingslager herausholen.

Höre Dir dafür auch gerne unsere Tipps für Deine Trainingslager-Planung an.

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Hinweis: All unsere Empfehlungen wurden sorgfältig ausgewählt, erarbeitet und geprüft. Sie richten sich an gesunde Erwachsene, die keine (Vor)Erkrankungen aufweisen. Keiner unserer Artikel kann oder soll Ersatz für kompetenten medizinischen Rat bieten. Bevor Du mit dem Training beginnst, konsultiere bitte einen Arzt und lass Dich durchchecken.


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Über Schorsch

Von der Couch-Potato zum Ironman. Das ist Schorschs Geschichte, der nun schon über Jahre Trainer, Co-Founder, Redakteur und Buchautor hier bei Mission Triathlon ist. Er beschäftigt sich seit 2013 mit allen Themen rund um Triathlon und Fitness. Seit über 20 Jahren sportlich aktiv hilft er heute anderen dabei, ihre Ziele im Sport zu erreichen.

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