Pro und Contra Gruppentraining – MTP #012

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Ob im Verein oder privat: Trainingsgruppen gibts im Triathlon wie Sand am Meer. 

Das liegt natürlich auch an den drei Disziplinen, die uns viele Gelegenheiten geben, uns anderen im Training anzuschließen. 

Macht das aber auch immer Sinn? Und worauf solltest Du achten, wenn Du in der Gruppe trainieren möchtest? 

Wir haben alles Wichtige in dieser Folge für Dich zusammengefasst.

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Gruppentraining trotz Individualsport?

Die Profis machen es vor. Frodo, Sanders und Lucy Charles-Barkley – fast jeder hat eine Trainingsgruppe oder zumindest einen Buddy, mit dem er/sie viele Einheiten absolviert.

Und auch auf dem Amateurlevel sieht man immer wieder, wie zwei oder mehr Personen gemeinsam Rad fahren oder laufen.

In Schwimmvereinen ist das gemeinsame Training sowieso gang und gäbe.

Für uns als Triathleten stellt sich also berechtigterweise die Frage, ob ein Verein, ein Trainingspartner oder eine Gruppe etwas bringt.

Denn auch wenn Triathlon gewissermaßen ein Individualsport ist, heißt das nicht, dass man alles alleine machen muss.

Im Folgenden erfährst Du die Vor- und Nachteile von Gruppentraining und ein paar Tipps, wann und wie Du es am Besten für Dich nutzen kannst.

Vorteile von GruppentrainingNachteile von Gruppentraining
1. Spaßfaktor: Den meisten macht das Training alleine weniger Spaß als in der Gruppe. Man kann sich gegenseitig ablenken und die Zeit vergeht schneller.1. Zeitfaktor: Das Training in der Gruppe dauert in der Regel länger. Du musst eventuell mehr Zeit für den Weg, ein bisschen Smalltalk oder sonstige Absprachen einplanen.
2. Motivation: es ist eine Art sozialen Drucks. Wen Du weißt, dass jemand auf Dich wartest, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Du Dich zum Training aufraffst – auch wenn es morgens um 6 oder abends nach 8 sein sollte, wenn Du eigentlich noch oder schon wieder k.o. bist. 2. unterschiedliche Fitnesslevels: je mehr Personen involviert sind, umso unterschiedlicher können die Niveaus ausfallen. Während die einen noch am Anfang stehen, trainieren andere auf ambitioniertem Niveau. Das verträgt sich nicht immer. Als Faustregel gilt: Such Dir Traiingsbuddys, die etwa auf Deinem Niveau oder etwas besser sind.
3. Trainingsintensität: Nach dem Motto „geteiltes Leid ist halbes Leid“ lassen sich harte Einheiten in Gesellschaft besser ertragen. Man gibt sich automatisch mehr Mühe und nutzt das als positiven Antrieb, um den Trainingsreiz zu erhöhen. 3. unterschiedliche Trainingsziele: Athletinnen und Athleten, die eine richtig schnelle Olympische Distanz anpeilen, brauchen prinzipiell ein anderes Training und andere Methoden als solche, die sich auf eine Langdistanz vorbereiten.
4. Vergleichsmöglichkeiten: Auch wenn wir Vergleiche mit anderen eigentlich nie empfehlen: In der Gruppe kannst Du unter Umständen besser erkennen, wie Du Dich entwickelst bzw. wo Du stehst. Gehörst Du zu den „Rookies“ oder hast Du schon ein fortgeschrittenes Niveau?
5. Von anderen lernen: Nicht nur in Bezug auf die Trainingsmethoden kannst Du vom Wissen der anderen profitieren. In der Gruppe lernst Du sicher das ein oder andere: von der Schwimmtechnik über Equipmenttipps bis hin zu Wettkampftaktik und praktischen Lifehacks.
6. anderen Gelerntes weitergeben: Das klingt erst einmal nicht nach einem Vorteil. Wenn Du allerdings anderen etwas beibringst, fettigste Du Dein eigenes Wissen und machst Dir tiefergreifende Gedanken zum Thema.

Der Kompromiss oder: Wie Du das beste aus Deinem Training herausholst

1. Finde Deine individuellen Vorlieben heraus

Wie Du siehst, spricht einiges für und manches gegen das Training mit anderen zusammen.

Häufig hängt es auch einfach von Dir ab, ob Du eher der gesellige Typ bist und es Dich anspornt mit anderen zu trainieren oder ob Dich das eher langweilt oder runterzieht.

Du weißt selbst am besten, was zu Dir passt.

Falls nicht, kannst Du es ganz einfach herausfinden, indem Du es ausprobierst.

2. Mach Gruppentraining, wenn es Dir hilft konsistent zu bleiben

Manch einem fällt das frühe Aufstehen schwer.

Manch eine verschiebt ungeliebte Einheiten immer oder lässt sie ausfallen.

Wenn Du zu diesen „Kandidaten“ zählst, kann Gruppentraining vielleicht dazu beitragen, dass Du auch unangenehme Einheiten wie das Krafttraining nicht außen vor lässt.

Du hast auf jeden Fall etwas gewonnen, wenn Du durch das Training in der Gruppe den Trainingsplan besser erfüllst.

3. Nutze Gruppentraining, um Dich in harten Einheiten zu pushen

Möglicherweise ist es Dir gar nicht so stark bewusst.

Aber eine Person, die Dich beobachtet oder sich mit Dir quält, hilft Dir, auch das letzte Quäntchen Energie aus Dir rauszuholen, wenn es darauf ankommt.

Dieses Phänomen gilt übrigens auch für virtuelle Trainings (z.B. bei Zwift).

Natürlich ist das nicht in jeder Einheit notwendig.

Aber bei manchen Tempotrainings, Intervalleinheiten oder Bergfahrten ist das Gold wert.

4. Vermeide Gruppentraining bei Einheiten mit niedriger Intensität

Das, was Dir bei den harten Einheiten hilft, kann Dir bei Grundlagentrainings eher schaden.

Denn der „Wettkampfgedanke“ in der Gruppe sorgt meistens eher dafür, dass wir LIT-Einheiten zu intensiv gestalten.

So bringen sie nicht den gewünschten Effekt.

Eine Ausnahme gibt es nur, wenn Du Dich wirklich auf Dich selbst und Deinen Trainingspartner verlassen kannst, dass ihr euch nicht gegenseitig verleitet, härter zu Schwimmern, radeln oder laufen als vorgegeben.

Im Zweifel solltest Du solche Trainings aber einfach alleine absolvieren.

5. Finde das Gleichgewicht zwischen individuellen Zielen und Gruppenworkouts

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Trainingsgruppe nicht exakt dasselbe Ziel verfolgt wie Du.

Wenn Dein Saisonhighlight ein anderes Training erfordert, musst Du abwägen:

Bringt es Dir vor Deiner schnellen OD wirklich etwas, den langen Lauf mit den anderen durchzuziehen oder solltest Du lieber nur das Intervalltraining in der Gruppe mitmachen?

Zu Beginn der Saison macht es sicher nicht so viel aus, wenn Du am Gruppentraining teilnimmt, das nicht spezifisch Dein Wettkampfziel unterstützt.

Kurz vor dem Rennen solltest Du Dich dagegen mehr auf das eigentliche Ziel konzentrieren und Deinen individuellen Trainingsplan verfolgen.

6. Sei wählerisch bei Laufbuddys

Gerade, weil das Laufen eine relativ belastende Sportart für den passiven Bewegungsapparat ist, solltest Du hier vorsichtig sein.

Geh nicht das Risiko ein, dass zu viel/zu intensives oder zu umfangreiches Training Dich zu einer Laufpause zwingt und ausbremst.

Das gilt besonders, wenn Du ohnehin zu Verletzungen neigst oder einfach noch nicht so lange trainierst.

7. Nutze Gruppentraining als sozialen Ausgleich im stressigen Alltag

Vielbeschäftigte Triathletinnen und Triathleten haben oft kaum Möglichkeiten, außerhalb der Arbeit und sonstigen Verpflichtungen zu „socializen“.

Wenn das auf Dich zutrifft, kannst du mit Gruppentraining eventuell zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Du triffst (hoffentlich neue) Gleichgesinnte und kannst nebenher Dein Training absolvieren.

Die richtige Trainingsgruppe für Dich

Nicht immer und überall gibt es die passende Gruppe oder den passenden Trainingspartner für Dich.

Das ist auch eine wichtige Erkenntnis.

Wenn es nicht passt, musst Du es nicht auf Biegen und Brechen erzwingen.

Du hast mehr davon, wenn Du den Fakt einfach akzeptierst und Deine Konsequenzen ziehst.

Auch ohne Gruppe kann Dein Training gelingen und erfolgreich sein.

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Hinweis: All unsere Empfehlungen wurden sorgfältig ausgewählt, erarbeitet und geprüft. Sie richten sich an gesunde Erwachsene, die keine (Vor)Erkrankungen aufweisen. Keiner unserer Artikel kann oder soll Ersatz für kompetenten medizinischen Rat bieten. Bevor Du mit dem Training beginnst, konsultiere bitte einen Arzt und lass Dich durchchecken.


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Über Schorsch

Von der Couch-Potato zum Ironman. Das ist Schorschs Geschichte, der nun schon über Jahre Trainer, Co-Founder, Redakteur und Buchautor hier bei Mission Triathlon ist. Er beschäftigt sich seit 2013 mit allen Themen rund um Triathlon und Fitness. Seit über 20 Jahren sportlich aktiv hilft er heute anderen dabei, ihre Ziele im Sport zu erreichen.

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