Ein Beispiel, das viele erschüttert hat, ist der Fall von Lasse Priester, der mit nur 28 Jahren im Wettkampf einen Herzinfarkt erlitt.
Die gute Nachricht ist: Die meisten Herzprobleme sind vermeidbar, wenn man auf seinen Körper hört und regelmäßig Vorsorge betreibt.
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Warum Herzgesundheit im Triathlon so entscheidend ist
Das Herz ist der Motor, der Dich durch Schwimmen, Radfahren und Laufen trägt.
Es arbeitet dabei nicht selten unter extremen Bedingungen, besonders bei langen Belastungen wie im Triathlon.
Zwar stärkt Ausdauersport das Herz und verbessert die allgemeine Gesundheit, doch es gibt Risiken, die nicht unterschätzt werden dürfen.
Herzprobleme beim Sport sind zwar selten, aber sie können jeden treffen – selbst junge, gut trainierte Athleten.
Warnsignale wie ungewöhnliche Müdigkeit, Schmerzen in der Brust oder Atemnot sollten immer ernst genommen werden.
Wer auf seinen Körper achtet und regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, kann das Risiko für schwere Herzprobleme deutlich reduzieren.
Risikofaktoren: Was Dein Herz im Sport belastet
Nicht alle Risikofaktoren für Herzprobleme beim Sport sind offensichtlich.
Klassische Faktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht oder Bewegungsmangel sind bekannt.
Doch selbst als Sportler bist Du nicht automatisch vor Herzproblemen geschützt.
Besonders im Ausdauersport gibt es spezifische Risiken, die Du kennen solltest.
Eine der größten Gefahren ist die Überlastung durch zu intensives Training.
Viele Triathleten trainieren mit hoher Intensität, ohne ausreichend auf Erholung zu achten.
Ein Ungleichgewicht zwischen Belastung und Regeneration kann langfristig zu Rhythmusstörungen oder strukturellen Veränderungen am Herzen führen.
Besonders gefährdet sind ambitionierte Hobbyathleten, die oft ohne professionelle Betreuung trainieren und ihre Grenzen überschreiten.
Ein weiteres Risiko ist die Herzmuskelentzündung, die häufig als Folge eines nicht auskurierten Infekts auftritt.
Wer bei einem Infekt weiter trainiert, riskiert schwere Herzschäden.
Eine Herzmuskelentzündung kann im schlimmsten Fall sogar zu einer dauerhaften Schwächung des Herzens führen.
Zudem zeigen Studien, dass langjähriger, intensiver Ausdauersport das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen kann – besonders bei Männern.
Vorhofflimmern ist eine Rhythmusstörung, die zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich ist, aber behandelt werden muss, da sie die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und langfristig zu weiteren Herzproblemen führen kann.
Auch Verkalkungen der Herzkranzgefäße können durch jahrelangen intensiven Sport entstehen.
Diese können die Durchblutung des Herzens beeinträchtigen und das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen.
Besonders gefährdet sind Sportler mit unbehandeltem Bluthochdruck oder ungünstigen Blutfettwerten.
Der plötzliche Herztod im Sport ist zwar sehr selten, aber er kann jeden treffen.
Die häufigste Ursache bei Sportlern ab 35 Jahren ist eine koronare Herzerkrankung.
Bei jüngeren Sportlern sind oft angeborene Herzfehler oder Herzmuskelentzündungen die Ursache.
Warnsignale erkennen: Wann Du hellhörig werden solltest
Dein Körper sendet Dir klare Signale, wenn etwas nicht stimmt. Diese Warnsignale zu erkennen und ernst zu nehmen, kann lebenswichtig sein.
Ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche während oder nach dem Training können erste Anzeichen für ein Problem sein.
Besonders, wenn sich diese Müdigkeit über Tage hinzieht, solltest Du aufmerksam werden.
Schmerzen oder Druck in der Brust sind ein klassisches Symptom für eine Durchblutungsstörung des Herzens.
Ein anhaltender stechender Schmerz oder ein Druckgefühl, das sich unter Belastung verstärkt und in Ruhe wieder abklingt, ist besonders alarmierend.
Atemnot ohne erkennbaren Grund ist ein weiteres Warnsignal.
Wenn Du plötzlich Atemnot bekommst, obwohl die Belastung nicht ungewöhnlich hoch ist, könnte das auf ein Herzproblem hindeuten.
Besonders alarmierend ist es, wenn die Atemnot in Ruhe nicht vollständig verschwindet.
Ein unregelmäßiger Puls oder plötzliches Herzrasen ohne erkennbaren Grund kann auf eine Rhythmusstörung hindeuten.
Solche Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden, da sie auf Vorhofflimmern oder andere Herzprobleme hindeuten können.
Schwindel oder sogar kurze Ohnmachtsanfälle während oder nach dem Sport können auf eine gestörte Herzfunktion hindeuten.
Besonders, wenn sie in Verbindung mit anderen Symptomen wie Brustschmerzen oder Atemnot auftreten, solltest Du sofort handeln.
Fieber und Infekte sind ein besonderes Risiko. Wer bei Fieber oder einem Infekt weiter trainiert, riskiert eine Herzmuskelentzündung.
Warte mindestens drei Tage nach dem Abklingen des Fiebers, bevor Du wieder mit dem Training beginnst – und steige langsam wieder ein.
Vorsorge und Untersuchungen: Was wirklich hilft
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind der beste Weg, um Herzprobleme beim Sport frühzeitig zu erkennen.
Besonders ambitionierte Hobbyathleten und Sportler ab 40 Jahren sollten sich regelmäßig durchchecken lassen.
Ein Ruhe-EKG ist die Basisuntersuchung, um grobe Auffälligkeiten im Herzrhythmus oder in der Erregungsleitung zu erkennen. Es ist schnell gemacht und sollte bei jedem Check-up dabei sein.
Ein Belastungs-EKG zeigt, wie Dein Herz auf körperliche Anstrengung reagiert. Es kann Hinweise auf Durchblutungsstörungen geben, die im Ruhe-EKG nicht sichtbar sind. Allerdings ist die Aussagekraft begrenzt, besonders bei gut trainierten Sportlern.
Ein Herzultraschall gibt Aufschluss über die Struktur und Funktion Deines Herzens. Besonders sinnvoll ist ein Stress-Echokardiogramm, bei dem das Herz unter Belastung untersucht wird. Dies gibt die beste Aussage über die Herzgesundheit unter sportlicher Belastung.
Bestimmte Blutwerte wie Cholesterin, Blutzucker und Entzündungswerte können Hinweise auf Risikofaktoren für Herzprobleme geben.
Auch die Bestimmung von Troponin, einem Marker für Herzmuskelschäden, kann sinnvoll sein – besonders nach einem Infekt oder bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung.
Wenn Du gelegentlich Herzrhythmusstörungen spürst, kann ein Langzeit-EKG oder ein Event-Recorder helfen, diese zu dokumentieren.
Diese Geräte zeichnen Deinen Herzrhythmus über einen längeren Zeitraum auf und können so unregelmäßige Ereignisse erfassen.
Ab 40 Jahren oder bei ambitioniertem Training solltest Du Dich alle ein bis zwei Jahre durchchecken lassen.
Bei Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung sind jährliche Kontrollen sinnvoll.
Nach ungewöhnlichen Symptomen solltest Du aber in jedem Fall sofort einen Arzt aufsuchen.
Training und Regeneration: So schützt Du Dein Herz langfristig
Ein herzgesundes Training ist kein Hexenwerk. Mit den richtigen Maßnahmen kannst Du Dein Herz schützen und gleichzeitig Deine Leistung steigern.
Ein häufiger Fehler ist, zu viel und zu intensiv zu trainieren. Achte auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belastung und Erholung.
Etwa 80 Prozent Deines Trainings sollten im Grundlagenbereich liegen, also lockeres Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Die restlichen 20 Prozent können intensive Einheiten sein, wie Intervalle oder Tempoläufe.
Regeneration ist entscheidend. Schlaf ist die beste Erholung für Dein Herz. Achte auf 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht. Chronischer Stress und Schlafmangel erhöhen das Risiko für Herzprobleme – auch bei Sportlern.
Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell für Deine Herzgesundheit.
Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Fisch oder Leinsamen vorkommen, wirken entzündungshemmend und schützen die Gefäße.
Antioxidantien in Obst und Gemüse reduzieren oxidativen Stress. Magnesium und Kalium, zum Beispiel in Nüssen oder Bananen, unterstützen die Herzfunktion.
Vermeide Transfette und zu viel Zucker – sie fördern Entzündungen und Gefäßverkalkungen.
Lerne, die Signale Deines Körpers zu verstehen. Ungewöhnliche Müdigkeit, Schwäche oder Unwohlsein sind Warnsignale, die Du ernst nehmen solltest. Diese Signale sind Dein bester Schutz vor Überlastung.
Wenn Du krank bist, gilt: Kein Sport! Eine Herzmuskelentzündung kann die Folge sein, wenn Du zu früh wieder mit dem Training beginnst.
Warte mindestens drei Tage nach dem Abklingen des Fiebers, bevor Du wieder mit leichtem Training beginnst.
Herzmuskelentzündung: Warum sie so gefährlich ist
Eine Herzmuskelentzündung ist eine häufige Ursachen für Herzprobleme bei Sportlern. Sie entsteht meist als Folge eines viral bedingten Infekts und kann zu schweren Schäden am Herzen führen. Das Tückische ist, dass man zunächst kaum etwas merkt.
Typische Symptome sind Müdigkeit und Leistungsabfall, Herzrasen oder unregelmäßiger Puls, Atemnot bei Belastung und Brustschmerzen.
Wenn Du nach einem Infekt solche Symptome bei Dir bemerkst, suche sofort einen Arzt auf.
Eine Herzmuskelentzündung kann zu einer dauerhaften Schwächung des Herzens führen – im schlimmsten Fall ist eine Herztransplantation nötig.
Mythos „Spenderherz“: Warum Prävention alles ist
Viele denken, dass ein Spenderherz nach einer schweren Herzmuskelentzündung zur Heilung führt. Doch die Realität sieht anders aus.
Ein Spenderherz ist keine Heilung, sondern der Austausch einer Erkrankung gegen eine andere. Nach einer Transplantation musst Du lebenslang Immunsuppressiva einnehmen, die Dein Immunsystem schwächen.
Die Lebenserwartung nach einer Transplantation ist begrenzt – ein Spenderherz hält im Schnitt etwa 10 bis 20 Jahre. Die Lebensqualität ist oft eingeschränkt, da Du ständig extrem auf Deine Gesundheit achten musst.
Deshalb ist Prävention so wichtig: Ein gesunder Lebensstil, regelmäßige Vorsorge und ein verantwortungsvolles Training können Dich vor schweren Herzproblemen schützen.
Fazit: Sport ist gesund – wenn Du auf Dein Herz hörst
Triathlon ist eine der gesündesten Sportarten der Welt.
Regelmäßiges Training stärkt Dein Herz, verbessert Deine Ausdauer und senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Doch wie bei allem im Leben kommt es auf die richtige Balance an.
Trainiere smart und achte auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belastung und Erholung.
Höre auf Deinen Körper – ungewöhnliche Symptome wie Müdigkeit, Brustschmerzen oder Herzrasen solltest Du immer abklären lassen.
Lass Dich regelmäßig untersuchen, besonders, wenn Du über 40 bist oder Risikofaktoren aufweist. Ernähre Dich herzgesund und nimm Infekte ernst.
Herzprobleme beim Sport sind selten, aber sie können jeden treffen. Wenn Du verantwortungsvoll trainierst und auf Deinen Körper hörst, kannst Du Deine Leidenschaft für den Triathlon lange und gesund ausleben.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zu Herzproblemen beim Sport
Ab welchem Alter sollte ich mich als Triathlet regelmäßig untersuchen lassen?
Ab 40 Jahren oder bei ambitioniertem Training solltest Du Dich alle ein bis zwei Jahre durchchecken lassen. Bei Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung sind jährliche Kontrollen ratsam.
Wie erkenne ich eine Herzmuskelentzündung?
Typische Symptome sind Müdigkeit, Leistungsabfall, Herzrasen, Atemnot und Brustschmerzen. Wenn Du nach einem Infekt solche Beschwerden hast, suche sofort einen Arzt auf.
Darf ich mit einem leichten Infekt weiter trainieren?
Nein. Eine Herzmuskelentzündung kann die Folge sein, wenn Du zu früh wieder mit dem Training beginnst. Warte mindestens drei Tage nach dem Abklingen des Fiebers, bevor Du wieder Sport treibst.
Was tun, wenn ich während eines Wettkampfs ungewöhnliche Symptome spüre?
Hör sofort auf und suche einen Sanitäter oder Arzt auf. Symptome wie Brustschmerzen, Schwindel oder extreme Atemnot sind Warnsignale, die Du ernst nehmen musst.
Ist Vorhofflimmern gefährlich?
Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, aber es sollte behandelt werden. Es kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und langfristig zu weiteren Herzproblemen führen. Wenn Du ein unregelmäßiges Herzschlagen spürst, lass es abklären.
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Hinweis: All unsere Empfehlungen wurden sorgfältig ausgewählt, erarbeitet und geprüft. Sie richten sich an gesunde Erwachsene, die keine (Vor)Erkrankungen aufweisen. Keiner unserer Artikel kann oder soll Ersatz für kompetenten medizinischen Rat bieten. Bevor Du mit dem Training beginnst, konsultiere bitte einen Arzt und lass Dich durchchecken.