Die Uhr zeigt immer ähnliche Werte an, die Motivation sinkt, und zwischendurch fragst Du Dich vielleicht sogar, was Du falsch machst oder ob Du vielleicht „nicht fürs Schwimmen gemacht“ bist.
Genau solche Phasen kennen viele. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, was Dich bremst – und was Du tun kannst, um Fortschritte zu sehen.
In diesem Artikel geht es um die drei Hauptgründe, warum Deine Entwicklung stagniert – und wie Du den Knoten lösen und endlich schneller Kraulschwimmen kannst.
Wo stehst Du gerade?
Natürlich kenne ich Deine genaue Schwimmhistorie nicht, aber die meisten, die nach einer Weile feststecken, gehören zu einer der folgenden zwei Gruppen.
Die erste Gruppe hat schon als Kind kraulen gelernt. Die Technik ist grundsätzlich vorhanden, das Wassergefühl solide.
Aber über die Jahre hat sich ein gewisser Trott eingeschlichen.
Man schwimmt immer dieselben Bahnen, dieselben Distanzen, dieselben Geschwindigkeiten. Eine positive Entwicklung? Fehlanzeige.
Die zweite Gruppe besteht aus Erwachsenen, die relativ spät mit dem Kraulen begonnen haben.
Anfangs ging es schnell voran, weil die Lernkurve sehr steil war.
Doch nach einer Weile kommt man plötzlich nicht mehr weiter.
Egal ob Deine 100 Meter 2:20 oder 1:55 dauern – irgendwo ist ein Limit erreicht und Du kannst Dich nicht mehr verbessern.
Die Frage ist daher: Woran liegt diese Stagnation eigentlich?
Darum kannst Du nicht schneller Kraulschwimmen!
Grund 1: Du trainierst zu wenig
Viele unterschätzen, wie viel Wiederholung man fürs Schwimmen braucht.
Diese Sportart ist extrem technisch.
Dein Körper muss Bewegungsabläufe automatisiert abrufen können, und das funktioniert nur über regelmäßige Übung im Wasser.
Eine Einheit pro Woche reicht für die meisten schlicht nicht aus, um neue Reize zu setzen oder technische Verbesserungen wirklich zu verankern.
Selbstverständlich musst Du nicht sieben Tage die Woche trainieren wie ein Leistungsschwimmer.
Aber zwei Einheiten à 45 Minuten sollten es schon sein.
Je häufiger Du im Wasser bist, desto eher entwickelst Du ein Gefühl für Lage, Zug und Rhythmus.
Auch die Muskulatur, die Du fürs Schwimmen brauchst, ist sehr spezifisch und lässt sich an Land nur begrenzt trainieren.
Leider ist die Schwimmbadsituation in Deutschland oft alles andere als optimal.
- Vielleicht hast du einen weiten Weg zu einem guten Schwimmbad.
- Vielleicht musst Du zu Zeiten trainieren, die nicht gerade bequem sind.
- Vielleicht ist Deine Bahn ständig voll oder andere Schwimmer stören Deinen Flow.
Trotzdem lohnt es sich, dranzubleiben.
Wenn Du keine anderen Möglichkeiten hast, könnte ein Trainingsblock im Urlaub Gold wert sein.
Zwei Wochen intensives Schwimmen können ein Plateau durchbrechen, an dem Du sonst monatelang festhängen würdest.
Grund 2: Deine Technik kostet Dich wertvolle Sekunden
Wie schon erwähnt ist das Kraulschwimmen ist eine technisch hochkomplexe Sportart.
Schon kleine Abweichungen erzeugen enormen Wasserwiderstand.
Viele glauben, sie müssten einfach stärker ziehen oder härter treten – doch in Wahrheit bremsen sie sich selbst aus.
Eine schlechte Wasserlage, ein ineffizienter Armzug oder ein übertriebener Beinschlag wirken wie kleine Anker.
Statt Dich nach vorn zu befördern, ziehen sie Dich runter bzw. produzieren nur unnötigen Widerstand.
Deshalb solltest Du regelmäßig überprüfen, wie Du Dich eigentlich durchs Wasser bewegst.
Ein kurzes Video von der Seite oder von vorne kann wahre Wunder wirken.
Oft sieht man erst in der Schwimmstilanalyse, wie viel Potenzial ungenutzt bleibt.
Wenn Du es wirklich ernst meinst, lohnt sich eine Einheit beim Schwimmcoach oder ein Technikseminar übers Wochenende.
Schon kleine Korrekturen können hier enorme Auswirkungen haben.
Doch Technikverbesserung braucht natürlich ihre Zeit.
Sie passiert nicht innerhalb einer Woche, sondern braucht oft Monate, bis sie wirkt.
Dein Körper muss neue Bewegungsmuster erst verstehen, dann bewusst ausführen und schließlich automatisieren.
Genau deshalb ist regelmäßiges Schwimmen so wichtig, wo Du in ruhigen Abschnitten immer wieder das Gelernte wiederholen kannst.
Grund 3: Du zählst sprichwörtlich Kacheln
Viele denken, lange gleichmäßige Strecken seien die beste Trainingsform.
Schließlich wird es beim Laufen und Radfahren auch so gehandhabt.
Beim Schwimmen ist diese Dauermethode aber nur selten zielführend.
3000 oder 4000 Meter ohne Pause zu kraulen klingt zwar nach viel Training, hat aber wenig Nutzen.
Denn mit zunehmender Ermüdung bricht die Technik ein, die Körperspannung lässt nach und der Trainingseffekt wird immer geringer.
Weil Deine Geschwindigkeit unverändert bleibt, wird auch das Herz-Kreislauf-System nur minimal gefordert.
Was stattdessen hilft, sind Intervalle.
Abwechslung in Tempo, Strecke und Pausenzeiten sind der Schlüssel, um wirklich schneller Kraulschwimmen zu können.
Aus diesem Grund besteht ein guter Trainingsplan fürs Kraulschwimmen immer aus verschiedenen Blöcken mit unterschiedlichem Fokus: nach dem Einschwimmen folgen ein Technikblock, der Hauptteil und schließlich ein Cooldown.
Die Intensitäten solltest Du klar unterscheiden. langsam, mittel, schnell – und idealerweise sogar noch weitere Zwischenstufen.
Variation hilft enorm: Beispielsweise kannst Du durch verschiedene Tempi in Kombination mit unterschiedlichen Distanzen und Pausen oder auch durch verschiedene Technikübungen und Schwimmstile Akzente setzen.
All das trainiert unterschiedliche Systeme und sorgt dafür, dass Du insgesamt schneller Kraulschwimmen kannst.
Wenn Du einen klaren Plan brauchst, gibt es Trainingsprogramme, die Dich gezielt unterstützen.
Zwei strukturierte Einheiten pro Woche können bereits ausreichen, um spürbare Verbesserungen zu erreichen.
Fazit: Dranbleiben lohnt sich
Schneller zu werden ist absolut möglich – egal, ob Du Anfänger oder erfahrener Freizeitschwimmer bist.
Die wichtigsten Hebel sind hierbei regelmäßiges Training, technische Verbesserung und abwechslungsreiche Trainingsreize.
Wenn Du diese drei elementaren Punkte beherzigst, wirst Du auf kurz oder lang Fortschritte sehen und schneller Kraulschwimmen.
Wenn Du Fragen, Erfahrung oder Tipps teilen möchtest, schreib gerne einen Kommentar.
Und falls Dir der Artikel weiterhilft, freue ich mich, wenn Du ihn teilst oder davon weitererzählst.
Häufige Fragen zum Thema “ schneller Kraulschwimmen“
Was ist eine gute Pace beim Kraulschwimmen?
Eine pauschale „gute Pace“ gibt es nicht — sie hängt stark von der Distanz ab sowie davon, ob Du im Pool oder im Freiwasser schwimmst. Grob gesagt benötigen Einsteiger ~2:00‑2:30 Min/100 m. Freizeitsportler, die regelmäßig trainieren, brauchen etwa ~1:40‑2:00 Min/100 m. Fortgeschrittene mit Wettkampfambitionen sind entsprechend schneller.
Warum komme ich beim Kraulen nur so langsam voran?
Wenn Du nur sehr selten bzw. unregelmäßig trainierst, stagniert Deine Entwicklung. Aber auch, wenn Du ständig nur gleichmäßig viele Bahnen schwimmst („Kacheln zählen“), ohne Intensitäts‑ oder Technikvariation, bleibt der Effekt aus.
Wie oft sollte ich trainieren, um schneller Kraulschwimmen zu können?
Zwei Einheiten à etwa 45 Minuten pro Woche sind ein guter Anfang. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht unbedingt die Dauer. Zudem solltest Du immer fokussiert arbeiten und mit Variation — nicht nur „lang und gleichmäßig“ schwimmen.
Werde ich schneller, wenn ich einfach länger trainiere?
Das kommt ganz darauf an. Mehr Zeit im Wasser ist durchsaust sinnvoll. Allerdings sind viele kleine Häppchen besser als ein großer. Wenn die Dauer Deiner Einheiten Dich überfordert, kann das kontraproduktiv sein.
Welche Technikfallen können mich beim Kraulen ausbremsen?
Die häufigsten Fehler treten bei der Wasserlage (in Kombination mit der Atmung) sowie beim Armzug auf: Wenn Dein Körper zu tief einsinkt, steigt der Wasserwiderstand stark an. Gleiches gilt, wenn Du nicht mit der Hand, sondern mit dem Arm eintauchst. Das verursacht unnötigen Kraftaufwand.
Wie lange dauert es ungefähr, bis ich wirklich schneller Kraulschwimmen kann?
Das hängt von vielen Faktoren ab (Einstiegsniveau, Technik, Trainingshäufigkeit). In der Regel dauert es mehrere Wochen oder Monate, bis Du Fortschritte siehst.
*Affiliate-Links – Du bekommst ein gutes Angebot von uns empfohlen - natürlich ohne Zusatzkosten für Dich - und wir erhalten eine Provision wenn Du kaufst. Damit finanziere Du Mission Triathlon ein bisschen mit. Mehr Infos, wie Du uns unterstützen kannst, findest Du auch hier.
Hinweis: All unsere Empfehlungen wurden sorgfältig ausgewählt, erarbeitet und geprüft. Sie richten sich an gesunde Erwachsene, die keine (Vor)Erkrankungen aufweisen. Keiner unserer Artikel kann oder soll Ersatz für kompetenten medizinischen Rat bieten. Bevor Du mit dem Training beginnst, konsultiere bitte einen Arzt und lass Dich durchchecken.